Bernd Chluppka, Salon Kopfkunst in Halleim Salon Kopfkunstim Salon Kopfkunst

Liebe Freunde und Besucher dieser Seite!

Mein Name ist Bernd Chluppka und ich arbeite als Friseurmeister in Halle. Ich strebe nach Möglichkeit stets eine längerfristige Verbindung zwischen mir und der Kundin oder dem Kunden an, damit wir einander besser kennen lernen. So erfahre ich, welchen Anspruch jeder einzelne an sein Aussehen und seine Frisur hat. Denn die Haare und die Frisur eines Menschen sind etwas sehr Persönliches. Und je besser sich die Persönlichkeit in der Frisur ausdrückt, desto natürlicher und authentischer wirkt sie. So werde ich meinem Anspruch an meine Arbeit gerecht, und für beide Seiten wird das optimale Ergebnis möglich.
Mein Credo, was ein guter Friseur ist und kann, hat Johannes Erler vor Jahren in einem schönen Text ausgedrückt. Sie können ihn hier lesen. DANKE Johannes!


Reden wir über ...
Dein Friseur fürs Leben

Als Teenager hatte ich Locken. Nicht die großen, hübschen, sondern kleine, eingedrehte, die aussahen wie Sprungfedern, wenn sie länger wurden. Stieg ich morgens aus dem Bett, sah mein Haupt aus, wie ein explodierter Bienenkorb. Also glättete ich die Haare unter der Dusche, durfte jedoch auf keinen Fall föhnen oder rubbeln und erschien Sommers mit tropfnassen und Winters mit gefrorenen Locken im Schulunterricht. Kurzum: es war schwierig. Ich fand meine Haare weder »süüüß!« (die Mädchen), noch »besonders« (meine Eltern), sondern leider »unglaublich« (alle Friseure).
Genau. Die Friseure. Gleich der erste berechnete den Fall meiner Locken derart falsch, dass ich den Salon mit groben Löchern in der Matte verließ. Das prägt fürs Leben. Später fragte ein anderer, ob ich wieder eine überdrehte Dauerwelle haben wolle – da war ich 14!. So entwickelte ich früh eine chronische Abneigung gegen Friseure und begann eine jahrelange »Tortour de Frisur«, die mich in die entlegensten Winkel kreativer Namensfindung führte (Um Haaresbreite, Haareszeiten, Haarspalterei, Haarleluja...), nicht aber ans Ziel meiner Träume von einem entspannten Haarschnitt. Viel Zeit verging. Die Haare wurden kürzer, auch dünner. Die Sorgen blieben.
Peter kratzte das wenig, als ich eines Tages seine »Box« im Hamburger Schanzenviertel betrat. »Jaja...«, sagte Peter nur, als ich ihm gestenreich mein Problem zu schildern versuchte. Dann wusch er mir den Kopf und begann zu schneiden.
Und schnitt. Wortlos. Kürzer. Ich krallte die Hände in die Armlehnen. Zahnarzt war ja ein Kinderspiel dagegen! Doch Peter schnitt noch kürzer, rasierte den Nacken, sagte immer noch nichts, bis er plötzlich »fertig!« rief –und ich überlegte, wer denn eigentlich beim Friseur bestimmt, wann es fertig ist? Aber Peter ließ keinen Zweifel zu, ging zur Kasse, nahm mein Geld und verabschiedete mich freundlich.
Schwindelnd verließ ich die »Box« und betastete die raspelkurze Fasson in meinem Nacken. Doch zu Hause jubelte mein Spiegelbild. »Johannes!«, rief es, »Die Reise ist zu Ende! Dein Friseur heißt Peter!«.
Peter Pan! Das war natürlich nicht sein richtiger Name. Aber Peter hatte viel von dem Jungen, der nicht alt werden wollte. Und die »Box« war sein Nimmerland. Hier regierte er mit mit Strenge und Humor Kunden und Mitarbeiter. Ein durch und durch moderner Mensch, der aber Computer und das Internet mied, wo er konnte. Ein Ex-Punk auf der Suche nach dem perfekten Popsong. Ein Weltenbummler, der immer froh war, nach Hause zu kommen. Ein Dickschädel, der eines Tages beschloss, nicht mehr in sein geliebtes New York zu reisen, weil ihn das Rauchverbot so aufregte. Und ein Stilgott, der seine goldblonden Haarsträhnen so beiläufig zur Seite gelte, dass es einfach nur cool war. Peter blieb Peter, über all die Jahre im Strudel der Moden und war damit immer ganz vorn. Und genau so jemanden braucht Du, wenn Du ein Frisurenproblem hast!

Zehn Dinge, die ich von Peter über das Haareschneiden lernte:
1. Jeder Mensch verdient eine gute Frisur.
2. Jeder Mensch braucht seinen Friseur.
3. Dein Friseur kennt deine Frisur. Vertrau ihm!
4. Ein guter Haarschnitt braucht mindestens 45 Minuten. Sei immer pünktlich!
5. Eine gute Frisur ist nicht billig. Akzeptiere dies!
6. Du kannst mit Deinem Friseur über alles reden. Nur Privates bleibt draußen.
7. Zu Zweit zu schweigen kann auch schön sein.
8. Dein Friseur hat einen guten Musikgeschmack. Sonst ist er nicht Dein Friseur.
9. Ein Friseurbesuch ist wie ein kleiner Urlaub.
10. So wichtig ist das alles natürlich nicht. Aber ein bisschen schon.

Eines Tages klagte Peter über Schmerzen im Rücken. »Scheiß Beruf!«, sagte er, »Das viele Stehen!«. Bald darauf musste er aussetzen, kehrte noch einmal zurück und verschwand erneut. Als ich das nächste Mal nach Peter fragte, erzählte man mir, dass er gestorben sei. Die Schmerzen im Rücken waren ein Tumor. Es ging sehr schnell.
Ich war vollkommen fassungslos und traurig. Und ich begriff, dass dein Friseur nicht irgendein Mensch ist, den Du gelegentlich triffst. Dein Friseur ist ein Wegbegleiter über Jahre. Eine Konstante im Auf und Ab deines Lebens. Jemand, mit dem Du älter wirst und der Dir für eine Stunde im Monat ziemlich nahe kommt. Ein wichtiger Mensch.
Zu Peters Beerdigung bin ich nicht gegangen. Ich hatte das Gefühl, dort nicht hineinzupassen in den Kreis der Verwandten und Freunde. Ich war nur ein Kunde vom besten Friseur der Welt. Ich vermisse ihn sehr, meinen Friseur fürs Leben.

Jonannes Erler

Mein Spruch für diesen Monat

Der Winter ist gekommen und hat hinweg genommen der Erde grünes Kleid; Schnee liegt auf Blütenkeimen, kein Blatt ist an den Bäumen, erstarrt die Flüsse weit und breit.
Robert Reinick